Presseberichte 2006

Wenn die Frauen auf die Ziegen setzten...bleibt kein Auge trocken:

Am vergangenem Samstag öffnete sich in der SKG-Halle in Ober-Mumbach der Vorhang zur Premiere des neuen Stücks der Theatergruppe der SKG Ober-Mumbach "Der Landfrauenausflug oder Blouß koa Gaas". Bestens unterhalten fühlten sich die Zuschauer von der kuriosen Handlung. Mit jeder Menge Komik und spitzen Pointen wurden die Lachmuskeln gewaltig strapaziert. Zum Stück: Der Bauer Franz (Manfred Rieger) hat bei seiner herrschsüchtigen Bäuerin Margert (Daniela Berghegger) nichts zu lachen. Auch Tochter Rosi (Sabrina Schmitt), die einfältige Magd Kathrin (Ute Schütz) sowie der mit Wohnrecht ausgestattet Knecht Paul (Wolfgang Wegerle) leiden schwer unter dem Regiment der Bäuerin. Die Frauen des Ortes haben beschlossen, gegen den Willen der Männer, eine Ziegengenossenschaft zu gründen, da Ziegenmilch gesünder sei und besser bezahlt würde. Aus diesem Grunde beschließen die Landfrauen, federführend die Bäuerin, ihre Freundinnen Wilma (Marina Metzger) und Monika (Sigrid Deck), die Bildung der Genossenschaft. Sie wollen sich bei einem Ausflug über Ziegenhaltung informieren und eine Landwirtschaftsaustellung besuchen, um für ihre Ziegen einen Bock zu besorgen. Doch bevor Magret, die Bäuerin abreisen kann, hat sie noch einige Auseinandersetzungen mit dem Viehhändler Jakob Viehhuber (Marco Kadel) sowie den Verehrern ihrer Tochter Rosi Felix (Marc Schmitt) und Toni (Uwe Schmitt).

Während der Abwesenheit der Bäuerin überschlagen sich die Ereignisse: Felix und Toni überbieten sich dabei, die Gunst Rosis zu erwerben. Felix besticht den Knecht Paul und Toni die einfältige Kathrin, damit diese technische Pannen herbei führen, und die Junggesellen bei den Reperaturen in der Nähe der Angebeteten sein konnten. Als die Bäuerin aus dem Urlaub zurückkommt, ist sie wie umgewandelt: sie umgarnt ihren Mann und überhäuft ihn mit Liebkosungen - etwas, das der Bauer Franz in seiner Ehe noch nie erlebt hat. Die Geschichte steuert ihrem Höhepunkt entgegen. Wer erfahren will, wie dieser aussieht, der hatte am Samstag, 4. Februar, um 20 Uhr im Bürgerhaus in Mörlenbach die Gelegenheit, sich über den Ausgang des Stückes zu informieren.

Quelle: Weinheimer Nachrichten, 2006

Presseberichte 2005

Turbulent-spritziger Dreiakter über Affären und Seitensprünge

Theatergruppe der SKG Ober-Mumbach überzeugt gleich mit zwei Aufführungen in der Hemsbacher KSV-Halle

Hemsbach. (G.J.) Die Welt des Volkstheaters ist die Welt der Klischees, da machte das Lustspiel „Seitensprünge", das gleich an zwei Abenden von der Theatergruppe der SKG Ober-Mumbach in der KSV-Halle in Hemsbach aufgeführt wurde, keine Ausnahme. Zum Glück, denn wie mit viel Witz und Würze die Mimen die nur scheinbar brav-bürgerlichen Archetypen in Ralf Kasparis Dreiakter verkörperten, das ließ die Theaterabende zu einer rechten Gaudi werden.

Es war aber auch ein Stück so recht nach dem Geschmack der Komödienstadelfreunde, in dem die ganze Schauspielgruppe Regie führte; auch das Bühnenbild, sprich das großzügige Esszimmer, wurde in Gemeinschaftsarbeit gestaltet. Das in Mundart gespielte Stück war dem Ensemble wie auf den Leib geschrieben, vor allem aber von den Laienspielern in typenstarker Maske in kräftigen Charakterfarben, dabei textsicher, mimisch und gestisch würzig und auch mit spürbarem Spaß an der Handlung dargeboten. Robert Dielmann vom Kraftsportverein (KSV) Hemsbach hatte den zweimal 300 Besuchern in der jeweils voll besetzten Halle nicht zu viel versprochen: Die neun Schauspieler gönnten dem Zwerchfell des Publikums kaum eine Verschnaufpause.

Die turbulent-spritzige Familiengeschichte nahm am üppig gedeckten Frühstückstisch der Familie Wagner ihren Lauf, bei dem sich Karin Wagner (Ute Schütz) als energisch-braves Eheweib präsentierte, das sich mehr und mehr als Turteltäubchen bei ihrem Seitensprung mit dem wesentlich jüngeren Liebhaber, dem Tierarzt Dirk Simon (Marco Kadel), mauserte. Die Liaison mit dem feurigen Liebhaber hielt sie streng geheim. Doch Tochter Melanie (Sabrina Schmitt), mit ihren 19 Jahren keineswegs eine Klosterschülerin, kam der Mutter bald auf die Schliche. Sie fand auch heraus, dass ihr werter Papa Markus Wagner (Marc Schmitt), ein nur vermeintlich verklemmt wirkender Lehrer, mit ihrer Deutschlehrerin eine nette Gespielin an der Hand hatte. Aber so lange er ihre Mutter nicht verlässt, hatte die Tochter nichts gegen diese Affäre. Mama Karin Wagner war zeitweise völlig aus dem Häuschen, weil sie fremdging und ihrer Tochter eigentlich sagen sollte, wie sie ihr Liebesleben gestalten soll. Die Mama stürzte dabei in eine Erkenntniskrise, da ihre Tochter ihr Fremdgehen völlig normal fand.

Für zusätzlichen Trubel sorgte der Möbel-Monteur Winkler (Uwe Schmitt), der ein angeliefertes Regal wegen der vertrackten Anleitung nur mit Hilfe eines russischen Wörterbuches aufbauen konnte und sich auch aufgrund der außerehelichen Affären im Hause Wagner nicht konzentrieren konnte. Ordnung kehrte erst wieder im Hause Wagner ein, als die tatkräftige und einfallsreiche Oma, Karins Mutter (Daniela Berghegger), sich einschaltete. Oma und Enkelin Melanie schmiedeten einen Plan, wie sie Melanies Eltern wieder zusammenführen können und wie sie gleichzeitig deren beiden „Gespusis" miteinander verkuppeln könnten. Oma staunte dabei nicht schlecht über die liberale Einstellung ihrer Enkelin Melanie: „Die Alten wollen sich halt austoben und die Jungen wollen Erfahrungen sammeln."

Den beiden Verschwörerinnen kam zustatten, dass Herr Löffler (Manfred Rieger) ihnen die Schlüssel zu seiner Wohnung anbot, weil er mit seiner Frau Urlaub auf Mallorca machte. Mit allerlei Tricks brachten es Oma und Melanie fertig, den Tierarzt und die Deutschlehrerin zu einem ausgiebigen Schäferstündchen in die sturmfreie Wohnung der Löfflers zu locken. Mama und Papa waren drüber so geschockt, dass sie wieder zu einem intakten Eheleben zusammenfanden. Ende gut, alles gut. Die Familie saß wieder einträchtig am Tisch und Karin hatte wieder ausgiebig Zeit, mit ihrer schrillen Freundin Rosi (Sigrid Deck) auf Shopping-Tour zu gehen. Bevor der Vorhang fiel, überraschte Tochter Melanie ihre Eltern mit der Ankündigung, dass sie ihnen ihren Freund Heinz-Rüdiger demnächst vorstellen wolle.

Am Ende rauschte der Beifallsturm so lange, dass Robert Dielmann einige Geduld brauchte, bis er seine Dankadresse an das Ensemble loswerden konnte. Großartig das Schlussdossier von Ute Schütz, mit dem sie ihre Mitspieler vorstellte. Herzlich bedankte sie sich bei Christine Wegerle (Maske), bei der Souffleuse Anja Wegerle sowie bei Bernhard Hirth, Wolfgang Wegerle und Michael Wegerle, die für eine tadellos funktionierende Technik sorgten.

Quelle: Weinheimer Nachrichten vom 25. Januar 2005

Presseberichte 2002

Von putzwütigen Frauen und Pantoffelhelden

Ober-Mumbacher Laienspieler begeistern mit Premiere von "Neschtflucht ins Schlamassel"

OBER-MUMBACH (crr) Trotz klirrender Kälte ließen es sich 250 theaterinteressierte Odenwälder nicht nehmen, sich am Samstag die "Neschtflucht ins Schlamassel" der Laienspielgruppe der SKG Ober-Mumbach anzuschauen. Das Lustspiel in drei Akten stammt von der Theaterautorin Renate Reuß und wurde von Ute Schütz als Spielleiterin mit dem Ensemble einstudiert. Die Regisseurin äußerte sich im Gespräch nach der Premiere bescheiden und verwies auf den Teamaspekt: "Eigentlich habe ich vor allem die Vorbereitung für unsere Theatergruppe gemacht, während der Proben haben wir dann gemeinsam Regie geführt".

Drei Monate lang wurde geprobt, anfangs zweimal in der Woche, kurz vor der Premiere jeden Abend. Die Mühe hat sich gelohnt. Das Premierenpublikum in Ober-Mumbach sparte nicht mit Applaus für die gekonnte Umsetzung des Dreiakters. Die Figuren wirkten sehr authentisch, nicht aufgesetzt, sondern natürlich. Dass das Stück in Ourewäller Platt" gespielt wurde, trug zur Authentizität der Figuren und zur Situationskomik entscheidend bei.

Die Geschichte dreht sich um die Emanzipation der jüngeren Generation von der Älteren. Sohn Michael Beck wird von seiner putzwütigen Mutter Adelheid noch wie ein Kleinkind behandelt. Deshalb nimmt er das Angebot von Onkel Willi an, in ein leeres Zimmer über seiner Werkstatt zu ziehen. Der Traum von den eigenen vier Wänden wird für Michael Beck schneller Realität als er erwartet hatte. Er genießt seine neue Freiheit mit Ausschlafen, Partys feiern und vor allem die staubsaugerfreie Zone fernab seiner Mutter. Gelegentlich flüchtet sich sogar sein Vater zu ihm, der völlig unter dem Pantoffel seiner Frau steht. Adelheid weiß. mit ihrer Jagd nach jedem Krümel. sogar den Männerfußballabend, zu ruinieren. Es sieht so aus, als habe Sohn Michael,im Gegensatz zu seinem Vater, den Schritt in die Freiheit geschafft.

Wenn da nicht Onkel Willi mit seinen zahlreichen Liebschaften wäre. Michael muss zahlreiche Verehrerinnenanrufe für Willi entgegennehmen. Es dauert nicht lange und eine der Gespielinnen Willis schläft ihren Rausch in Michaels Bett aus. Das führt zu allerhand Missverständnissen bei Michaels Freundin Geli und bei seiner Familie. Geli kämpft einen ähnlichen Kampf wie Michael. Auch sie will unabhängig vom Elternhaus ihr Erwachsenendasein entfalten und gibt In diesem Bemühen nicht auf, obwohl sich ihre Au-Pair-Stelle in England als Flop erwiesen hat.

Die Lage in Michaels wilder Junggesellenbude spitzt sich zu, als gleichzeitig eine zweite Geliebte von Willi auftaucht, sein Vater ihm einen Besuch abstattet und am Ende sogar noch, Mutter Adelheid mit dem Staubsauger anrückt.

Besonders humorvoll in ."Neschtflucht ins Schlamassel" ist die überzeichnete Darstellung traditioneller Männer-und Frauenwelten. Besonders bei den Putzorgien von Mutter Adelheid und ihrem Austausch mit Nachbarin Hilde über Flecken, Fleckentferner und wie ein Mann dressiert und zivilisiert werden kann, ernteten schallendes Gelächter. Ähnlich komisch geriet der Fußballabend der Männerriege Josef, Michael und Heiner, die versuchen, sich gemeinsam kleine Freiräume männlicher Wildheit gegen Adelheids Regiment zu erkämpfen, indem sie gemeinsam laut das Spiel kommentieren, die Couch voll krümeln und die Füße auf den Tisch legen. Die Ober-Mumbacher Theatergruppe verstand es in besonderer Weise den schrillen und extremen Charakteren des Stückes Leben einzuhauchen. Es wurde eine geschlossene Ensembleleistung geboten. Die Akteure bezogen sich in hervorragender Weise aufeinander, erwiesen sich als eingespieltes Team mit großer Spielfreude. Mit Fingerspitzengefühl kitzelten sie pointenreiche Stellen hervor, was vom Publikum mit reichlich Szenenapplaus quittiert wurde.

Weitere Aufführungen des Lustspiels "Neschtflucht ins Schlamassel" gibt es am 12. Januar um 20 Uhr in Ober-Mumbach in der SKG-Halle, am 19. und 20. Januar um 20 Uhr in Hemsbach und am 9. März um 18 Uhr in Löhrbach.

Quelle: SüPo vom 7. Januar 2002



Ein eingespieltes Darstellerteam

OBER-MUMBACH (crr) Beim neuen Stück der Ober-Mumbacher Laienspielgruppe wirkten folgende Darsteller mit: Die Rolle des Josef Beck spielte Wolfgang Weggerle. Als dessen Frau Adelheid Beck war Daniela Berghegger zu sehen. Den Bruder Willi Beck spielte Manfred Rieger. Den Sohn Michael Beck verkörperte Marc Schmitt. Als Nachbarin Hilde war Ute Schütz zu sehen, ihren Mann Heiner spielte Peter Kadel.

Die Tochter Geli wurde von Sabrina Lutz dargestellt. Die beiden Freundinnen von Willi Beck, Conny und Leni Mitterhofer, wurden von Daniela Kamuff und Sigrid Deck dargestellt. Lenis Freund wurde von Alexander Öttinger gespielt. Für die Maske zeichneten Dagmar Gehron und Alexandra Eisop verantwortlich. Die technische Leitung lag bei Jürgen Pieschel. Als.Souffleuse stand Christine Vollrath dem Ensemble zur Seite.

Quelle: SüPo vom 7. Januar 2002

Presseberichte 2001

Szenenstudium in Mallorca

Seit hundert Jahren Theater-Tradition in Ober-Mumbach

OBER-MUMBACH (drea) "Erst sind wir einmal zusammen nach Mallorca geflogen und dann haben wir so langsam angefangen" amüsiert sich Ute Schütz und erzählt von den "Vorbereitungen" der Laientheatergruppe der SKG Ober-Mumbach. Der Jahresausflug in den sonnigen Süden hatte seinen besonderen Grund: Das neue Theaterstück dreht sich nämlich um Touristen - und davon soll es auf Mallorca viele geben. Doch danach wurde es ernst: Im Oktober begannen die Leseproben und seit Dezember standen die Akteure bis zu vier Mal in der Woche auf der Bühne.

Drei bis vier Stunden investierten sie am Abend, probierten, experimentierten und arbeiteten gemeinsam an ihren Produktionen. Das ausgewählte Theaterstück wird von ihnen zuerst einmal übersetzt in Odenwälder Mundart. Einen Regisseur gibt es nicht. Jeder lässt seine Ideen einfließen, hilft an vielen Ecken und Enden tatkräftig mit und wenn es manchmal auch turbulent her geht dafür laufen alle Akteure auf der Bühne zu Hochform auf. Ein enormes Textpensum gehört dazu und mit einer ausgelassenen Spielfreude können die Akteure ihre Figuren schön zum Leben erwecken. Auch für den Bühnenaufbau und die Dekoration sind die Akteure selbst verantwortlich und nach so manchem alten Requisit wurde dafür auf dem heimischen Speicher und im Keller gestöbert. "Wir sind eine ganz tolle Gruppe, die super zusammen gewachsen ist, schwärmt Ute Schütz und verrät damit das Geheimnis des Erfolgs. Das Team zieht gemeinsam am Strang und jeder investiert eine Menge an Zeit und Energie. Diese Mischung aus Spaß am Spiel und Engagement hat sich bewährt immer wieder heißt es "ausverkauft", wenn die Laientheatergruppe ihr Publikum empfängt. Auch diesmal füllte sich die Halle sehr schnell und Vorsitzender Emil Schreinemacher stellte noch schnell ein paar Stühle mehr auf. Über 300 Zuschauer zählten zum Premierenpublikum und beim zweiten Mal wird die Halle bestimmt genauso voll.

Übrigens: In Ober-Mumbach hat das Theaterspiel eine langeTradition - schon vor 100 Jahren lud der Sängerbund zur "ersten theatralischen Abendunterhaltung verbunden mit Gesang und komischen Aufführungen" ein.

Quelle: SüPo vom 6. Januar 2001



Ein junger Gspusi im Doppelbett der Oma?

Szenenapplaus und Lachsalven bei Premiere der SKG-Laienspielgruppe - Zweite Aufführung am 13. Januar
OBER-MUMBACH (drea) "Des wird alles annerschd, wenn die erschde Geschd kumme" verkündet die resolute Bäuerin Irma Holzer (Daniela Berghegger) und damit beginnen die Irrungen und Wirrungen auf dem einstmals beschaulich Bauernhof auf Ober-Mumbachs Höhen. "A des sinnjo meehr" staunt der Knecht Johann (Wolfgang Wegerle) als er sein Zuhause unter der Rubrik "Urlaub auf dem Bauernhof" in der Zeitung entdeckte. Im schwarzen Anzug soll er auf einmal als Kofferträger fungieren. Für die Atmosphäre von Individual-Urlaub und frischer Landluft müssen sogar die Spinnweben hängen bleiben. Die Bäuerin überschlägt sich fast um ihren tiefsten Odenwälder Dialekt mit hochdeutsch schlauer Konversation zu ersetzen. Bei allem mischt auch die Oma Holzer (Ute Schütz) kräftig mit.

Ihre Alters-Wehwehchen sind schnell vergessen - schließlich würde sie gerne ihr Doppelbett mit einem jungen Gspusi teilen. In den siebten Himmel der Gefühle schwebt auch Tochter Ilse (Sabrina Lutz). Ihr Herz macht Sprünge, als der Gast Ferdinand Hecht (Marc Schmitt) ankommt und Flora und Fauna sich doch nicht als ihre Rivalinnen entpuppten. Auch das Ehepaar Schlüders (Peter Kadel und Sigrid Deck) ist von seinem rustikalen Zimmer und dem Giggelsgegrisch am frühen Morgen begeistert. Frau Schlüders entpuppt sich als Kosmetikberaterin und bringt die Bäuerin und die Oma auf Trapp. Ihre Maßnahmen zur Schönheitspflege lassen sogar beim Publikum die Pfunde purzeln - immer wieder kam es bei der Premiere des Theaterstücks "Theater auf der Küchenbank" zu Lachanfällen und großem Applaus. Als sich der letzte Gast - Nancy Miller (Danilea Kamuff) - im sexy Outfit als Madame Amour enthüllt, sind die Herren der Schöpfung aus dem Häuschen. Der Bauer schwänzelt um sie herum und versucht es gar mit gefährlichen Tricks, um zu später Stunde die grazile Fremde in der Nachtbar zu bewundern. Schließlich übernimmt die Bäuerin das Kommando und das starke Geschlecht wird bei ihrem Geschrei ganz klein. Nachbar Andreas (Alexander Öttinger) investiert gerne Zeit, um mit dem Feldstecher das Treiben auf Nachbars Hof zu beobachten. Man nehme als Garant für den Lacherfolg eine bauernschlaue Oma, eine aufrechte Bauernfamilie sowie manch skurrilen Fremden. Doch die Zutaten allein sind noch kein Erfolgsrezept. Das Stück will auf der Bühne gespielt, besser gelebt werden, und das taten die Ober-Mumbacher an diesem Samstagabend. "Von Anfang bis zum Ende sind die Zuhörer toll mitgegangen und wir haben uns hier oben so richtig ausgelegt" amüsierte sich Ute Schütz - Oma und Leiterin der Lalentheatergruppe der SKG Ober-Mumbach in Personalunion. Tatsächlich scheint die Autorin Renate Reuß den sympathischen Schauspielern, die Rollen ihres Lustspiels "Theater auf der Küchenbank" förmlich auf den Leib geschrieben zu haben. Dass die richtigen sich kriegen, gehört zum Volkstheater dazu. Da wird verdreht, verwechselt, gelitten und geworben. Zum Ende geht's meist glimpflich aus und bei viel Wortwitz gibt es für die Zuhörer viel zu lachen. Die Laientheatergruppe der SKG Ober-Mumbach begeisterte das Premierenpublikum mit ihrer mitreißend gespielten spritzigen Komödie. Der Szenenapplaus verriet es immer wieder - die Darsteller haben sich teils selbst übertroffen. Ob die Oma auch noch einen Liebhaber abkriegt, sei nicht verraten, denn das "Theater auf dem Küchentisch" kommt noch ein zweites Mal zur Aufführung.

Nach dem Auftakt mit den"Weihlinger Buben" und Dirigent Helmut Pecha wird Ralf Kadel auch am Samstag (13.) um 20 Uhr wieder in der SKG Halle "Vorhang auf" verkünden. Dann wird der Akkordeon-Club Ober-Mumbach unter Leitung von Kurt Kramer den Abend mit gestalten und die SKG Aktiven werden wieder die Bewirtung übernehmen. Auch dann sind Dagmar Gehron und Alexandra Eisop (Maske) sowie Jürgen Pieschel (Technik) wieder die Akteure im Hintergrund. Und Souffleuse Christine Vollrath darf sich zu den Arbeitslosen zählen - die Theaterspieler beherrschen ihr Metier.

Quelle: SüPo vom 6. Januar 2001