1900: Gründung eines Gesangsvereins

Im Spätherbst des Jahres 1900 trugen Schulkinder Einladungszettel in jedes Haus, durch die alle männlichen Personen über 18 Jahre zu einer Zusammenkunft im Schulsaal zwecks Gründung eines Gesangvereins eingeladen wurden. Groß war die Aufregung, die diese Zettel im Ort verursachten, denn noch niemals hatte hier ein Verein bestanden. Ebensogroß war aber auch die Begeisterung, mit der die Einladung aufgenommen wurde. Am bestimmten Abend stellte sich fast aus jedem Haus eine Person ein, ja aus manchem Haus waren es zwei, aus einem Haus sogar drei Personen. Aber auch im Schulhof hatte sich eine ungewöhnlich große Anzahl eingefunden, um Zeuge des Geschehens zu werden.

1907: Fahnenweihe

In diesen ersten Abschnitt der Vereinsgeschichte fällt auch das Fest der ersten Fahnenweihe, das am 7. Juni 1907 feierlich begangen wurde. Als Gäste kamen 17 befreundete Vereine. Fahnenträger war Adam Jöst, seine Begleiter Johann und Adam Schütz; Barbara Eberle aus Geisenbach war Festdame.

Erste Konflikte und die Gründung eines zweiten Chors

Als sich Dirigent Lehrer Breitwieser weigerte, mit dem Verein an Preissingen teilzunehmen, kam es zu einer Spaltung. Vor allem die jungen Mitglieder, die sich von der Teilnahme an solchen Wettbewerben eine Steigerung der gesanglichen Leistung versprachen, wollten darauf nicht verzichten und gründeten einen zweiten Gesangverein "Lyra". Jakob Kadel übernahm die Leitung dieses Vereins und führte ihn zu ganz beachtlichen Leistungen. Diese Spaltung hatte so manchen Unfrieden zur Folge und reichte vielfach bis tief in die Familien hinein, ja, es kam sogar soweit, daß 1914 viele Männer ins Feld zogen, ohne von den Kameraden des anderen Vereins Abschied genommen zu haben. Beide Dirigenten, Heinrich Breitwieser und Jakob Kadel, der "Lyra"-Vorstand Adam Jöst und acht weitere Mitglieder sind im Felde geblieben.

1929: Beitritt zum Deutschen Sängerbund

Bald nach dem Ende des Krieges übernahm wieder der Lehrer des Dorfes, Heinrich Krebs, die musikalische Leitung, allerdings nur für wenige Monate, da er zu Ostern 1919 versetzt wurde. Ihm folgte bis zum Jahre 1923 Michael Schmitt als Dirigent.

1929 trat der Verein dem Deutschen Sängerbund bei und beteiligte sich mit hervorragenden Erfolgen an den verschiedensten Wettstreiten.

Das erste Stiftungsfest feierte der "Sängerbund" am 1. Juni 1930. Dieses Fest war ein besonderer Höhepunkt im Vereinsleben.

1946: Zusammenschluss von Sängerbund und Turnverein

Gemäß den Richtlinien der Militärregierung schlossen sich der "Sängerbund" und der Turnverein im Jahre 1946 zu der Sport- und Kulturgemeinde zusammen. In diesem Rahmen konnte die Vereinsarbeit wieder aufleben.

1950: 50jähriges Stiftungsfest

Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war das 50jährige Stiftungsfest vom 24. bis 26. Juni 1950. Zwanzig Gastvereine aus der näheren und weiteren Umgebung nahmen an diesem Fest teil. Im Jubiläumsjahr trat der Verein dem Sängerkreis Weschnitztal-Überwald bei und errang bei seiner ersten Teilnahme am Wertungssingen in Siedelsbrunn einen Achtungserfolg. In Anerkennung seiner großen Verdienste um den Verein wurde Jakob Kadel im selben Jahr zum Ehrendirigenten ernannt.

1956: Fritz Geiß wird Dirigent

Im Jahre 1956 übernahm Fritz Geiß die musikalische Leitung des Chores. Ihm gelang es dank seiner hohen Musikalität und seiner Fähigkeiten als Chorleiter den Chor in zielbewußter Schulung zu neuen Höchstleistungen zu führen.

1965: 65jähriges Sänger- und Stiftungsfest

65jähriges Sänger- und Stiftungsfest

Einer der größten Höhepunkte in der bisherigen Vereinsgeschichte war 1965 das 65jährige Stiftungsfest, das vom 3. bis 5. Juli stattfand.

30 Vereine aus der näheren Umgebung nahmen an diesem gelungenen und von Erfolg gekrönten Fest teil. Die unendliche Mühe und der Fleiß derer, die dieses Fest vorbereitet hatten und es abwickelten, hatte sich gelohnt, und es blieb so manche schöne Erinnerung an den harmonischen Ablauf des Festes haften.

1973-1975: Bundeschorkonzert und Studioaufnahmen

75jähriges Jubiläum - Aktive Sänger

Die dargebrachten guten Leistungen anlässlich des Bundeschorkonzertes im Oktober 1973 in der Jahrhunderthalle in Frankfurt-Höchst veranlassten den Hessischen Rundfunk, die Sänger gemeinsam mit der "Eintracht Birkenau" zu Rundfunkaufnahmen nach Frankfurt ins Studio einzuladen. Diese Aufnahmen, die im Frühjahr 1974 gemacht wurden, waren wohl ein recht anstrengendes, aber auch unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten.

Darüber hinaus war natürlich die weitere Arbeit schon ganz auf das 75jährige Vereinsjubiläum 1975 ausgerichtet. Bei diesem Jubiläum nahmen 41 Vereine am Punktwertungssingen und Prädikatsingen sowie 12 Vereine am Freundschaftssingen teil.

1985: Erweiterung zum Gemischten Chor

Erster Auftritt des gemischten Chors

Nach vielen Hochs folgt bekanntlich ein Tief! Trotz der großen Erfolge der Sänger blieb der Nachwuchs aus. Die Stimmen konnten nicht mehr gleichmäßig besetzt werden.

Der Initiative des Chorleiters Fritz Geiß ist es zu verdanken, daß der Chor durch das Mitwirken sangesbegeisterter Frauen als gemischter Chor ab 1985 weitergeführt werden konnte. Fritz Geiß verstand es, die Frauen in den Restbestand des Männerchores einzubinden und zu einer Einheit werden zu lassen. Bereits am eigenen Liederabend im November 1986 überraschte der Chor bei seinem ersten Auftritt die Gäste mit Liedvorträgen auf hohem Niveau.

1992: Aufnahmen für den Hessischen Rundfunk

Im Jahr 1992 stand der Chor in Frankfurt im Studio. Die Aufnahmen mit Klavierbegleitung waren erfolgreich und wurden öfter im 4. Programm des Hessischen Rundfunks gesendet.

1996: Erstes gemeinsames Konzert mit Akkordeonclub und Weihklingern

Am 16. November 1996 fand das erste gemeinsame Konzert mit dem Akkordeonclub und der Blaskapelle "Weihklinger Buben" in der Sporthalle statt. Die Darbietungen fanddn großen Zuspruch, das Programm kam gut an. Es war daher nur logisch, dass die drei Gruppen am 13. November 1999 erneut vor ein begeistertes Publikum traten. Es ist unschwer zu vermuten, dass diese Darbietungen zukünftig zum festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Ober-Mumbach werden.

1998: Gründung des Kinderchors

Da es auch im gemischten Chor an Nachwuchs mangelte, ergriff Hans Schütz die Initiative. Nach einer großen Werbekampagne traf man sich im März 1998 im Clubraum, um über die Gründung eines Kinderchores zu diskutieren. Die Resonanz war groß. Der Kinderchor wurde gegründet und zur ersten Singstunde erschienen 18 Kinder. Erste Dirigentin war Beate Angenendt.

2000: 100jähriges Jubiläum

Verleihung der Zelter-Plakette

Absoluter Höhepunkt in der Geschichte der Gesangsabteilung war natürlich das Sängerfest anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Gesangsabteilung im Jahr 2000. Dieses Fest wurde würdevoll und in einer angenehmen Atmosphäre gefeiert.

Am 11. Juni 2000 bekam die Gesangsabteilung aus den Händen der hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Frau Ruth Wagner die Zelter-Plakete verliehen, mit der Chöre im Jahr ihres 100jährigen Bestehens ausgezeichnet werden.

Die Sänger des Gemischten Chors der SKG im Jahr 2001

Vordere Reihe sitzend von links:

Marianne Römer, Margot Spissinger, Katharina Rieger, Anni Kruse, Elisabeth Weibel, Lisa Steinmann, Renate Reinig, Hannelore Reinig, Gisela Schütz.

Mittlere Reihe stehen von links: Fritz Geiss (Dirigent), Lilo Dupal, Angelika Röhmer, Dorothea Spilger, Renate Glühmann, Gretel Lukas, Petra Kühn, Anneliese Deparade, Elsbeth Schäfer, Vroni Gehron, Waltraute Schramm, Käthi Mölter, Gisela Weber, Ilse Schütz, Herbert Gehron, Susanne Spissinger, Jutta Schramm, Siglinde Pecha, Else Jonas, Ilse Dupal, Elmar Schreinemacher.

1. Reihe stehend von links: Hans Weber, Reinhold Schütz, Otto Müller, Horst Siegel, Hermann Schütz, Erich Schütz, Dieter Reinig, Rudi Dörsam.

Hintere Reihe von links: Theo Gehron, Robert Schober, Hans-Peter Schäfer, Karl Schaab, Heinrich Schütz, Gottfried Schütz, Hans Schütz.

2009

Seit Januar 2009 haben wir mit der Musikpädagogin Anna Korbut eine hevorragende Chorleiterin für den Kinderchor und den Jugendchor gewonnen. Bei den "Happy Singers" hat sie auch seit Juni 2009 die Leitung übernommen.

2012

Nach Auflösung des gemischten Chors "Happy Singers" im Juni 2012 war immer noch der Wille vorhanden, einen Chor zu gründen. Insbesondere die Frauen hatten den Wunsch weiterzusingen. Daraufhin entstand am 6.11.2012 der Frauenchor "Just Enjoy" mit der Chorleiterin Melanie Buso (ehemals Ramos). "Just Enjoy" ist ein Drei-Generationen-Chor. Hauptsächlich wird moderne Chorlitheratur in deutsch und englisch gesungen. Das eine oder andere afrikanische Lied mischt sich auch darunter. Mittlerweile tritt der Chor bei verschiedensten Anlässen mit Klavierbegleitung oder a cappella auf.